Trevélez ist in mehrfacher Hinsicht ein ganz besonderer Ort. Das entlegene Dorf ist eine malerische Perle inmitten des als Alpujarras bekannten Berglandes südlich der Sierra Nevada. Es ist zudem weithin bekannt als eine der höchstgelegenen Ortschaften des Landes und wird geschätzt für den von hier stammenden luftgetrockneten Iberischen Schinken. Ein Ausflug verheißt somit eine Mischung aus Landschaft, Kultur und Kulinarik, die in Erinnerung bleibt.

Das 700 Seelen zählende Dorf besteht aus den drei Vierteln Barrio Bajo, Medio und Alto. Die Ortsteile schmiegen sich so steil an einen Berghang, dass man bei einem Spaziergang durch die traditionellen weißen Gassen unweigerlich Höhenmeter sammelt. Während es im Unterdorf noch recht geschäftig zugeht, herrscht am oberen Rand rings um den Aussichtspunkt „Era El Fuerte“ schon die subalpine Abgeschiedenheit, für die Alpujarras bekannt sind.

Ständiger Begleiter beim Schlendern durch den Ort ist das immerwährende Plätschern von Wasser. Schmelzwasser aus der Sierra Nevada sprudelt direkt von den Berggipfeln in die Brunnen des Ortes. An der Fuente Virgen de las Nieves und den anderen Wasserstellen kann man bedenkenlos seinen Durst löschen. Das hiesige Wasser gilt als eines der reinsten in ganz Spanien. Ein begehrtes Fotomotiv ist dagegen die Fuente del Jamón. Die Schinkenskulptur, die den Brunnen krönt, ist ein unverwechselbarer Fingerzeig auf das eigentliche Markenzeichen des Dorfes, den berühmten Jamón Serrano de Trevélez.

In der klaren und trockenen Bergluft entstehen einige der besten Schinken Spaniens, dem sogar eine eigene Herkunftsbezeichnung gewidmet ist. In den Schinkentrocknereien des Ortes, den sogenannten Secaderos, reifen die Spezialitäten nach ihrer Behandlung mit reinem Meersalz bis zu 24 Monate lang – nur mithilfe der Luft. In der geschichtsträchtigen Manufaktur Vallejo beispielsweise kann man sogar hinter die Kulissen schauen. Bei einer Tour gibt es Einblick in die Trockenkammern und natürlich eine Verkostung.

Die Delikatesse ist natürlich auch ein Hauptbestandteil der einheimischen Gastronomie. Am besten lässt man sich den hauchdünn geschnittenen Schinken mit frisch gebackenem Brot, Oliven und einem Bier oder Wein munden. Oder man entscheidet sich gleich für den berühmten Plato Alpujarreño, bei dem die Köstlichkeit mit Lende, Chorizo, Spiegeleiern und Kartoffeln serviert wird. Dieses rustikale Mahl gibt Kraft für Ausflüge in die Bergwelt, die den Ort einrahmt und Trevélez zu einem beliebten Ziel für Bergwanderer macht.

Von Trevélez aus kann man es im wahrsten Sinn des Wortes auf die Spitze treiben. Das Dorf ist eines der Tore zu den höchsten Gipfeln der Iberischen Halbinsel. Der anspruchsvolle Aufstieg zum Mulhacén beginnt direkt am Ortsrand und führt Abenteurer mitten hinein in eine faszinierende Hochgebirgslandschaft. Jedes Jahr am 5. August ist die Route Schauplatz einer der spektakulärsten Wallfahrten Spaniens. Dann tragen die Bewohner die Statue der Jungfrau vom Schnee (Virgen de las Nieves) in einem kaum vorstellbaren Kraftakt auf den Mulhacén, gefolgt von einer traditionellen Mittagsmesse auf dem Gipfel.