Für viele deutschsprachige Besucher klingt der Name Torrox vertraut. Das könnte damit zu tun haben, dass die Kleinstadt an der Costa del Sol die Heimat zahlreicher Deutscher ist. Sowohl Auswanderer als auch Langzeiturlauber haben diesen Ort eine halbe Autostunde östlich von Málaga zum Ort ihrer Träume erkoren, was wiederum an den vorteilhaften Wetterbedingungen liegen dürfte. Torrox berühmt sich selbst des besten Klimas Europas. Doch auch sonst spart der Ort nicht mit Reizen.

Der besondere Charme erklärt sich zunächst damit, dass Torrox aus den Ortsteilen Torrox Costa am Meer und Torrox Pueblo im malerischen Hinterland besteht und somit gewissermaßen das Beste aus zwei Welten in sich vereint. Torrox Costa lockt mit schönen Sandstränden wie der kilometerlangen Playa de Torrox. Am östlichen Ende erhebt sich mit dem 1864 in Betrieb genommenen Leuchtturm ein zugleich malerisches, altehrwürdiges und nützliches Wahrzeichen der Stadt. Zu Füßen des Turms zeigen Reste einer römischen Siedlung, dass man die Küste schon in grauer Vorzeit schätzte. Heute zeigt sich Torrox jenseits der endlos scheinenden Strandpromenade mit Hotels, Apartmenthäusern und Villen von seiner modernen Seite.

Im vollkommenen Kontrast hierzu bewahrt das Torrox Pueblo andalusischen Charme in seiner schönsten Form. Die historische Ansiedlung schmiegt sich in strahlendem Weiß an die Hügel südlich der Sierra Almijara. Der Ort hat seinen maurischen Charakter mit steilen, schmalen Gassen und blumengeschmückten Fassaden bewahrt. Dazu passt das entspannte Dorfleben, das man am besten bei einer erholsamen Pause auf der zentralen Plaza de la Constitución auf sich wirken lässt. Unter dem schattigen Dach aus aufgespannten bunten Regenschirmen lässt es sich bei einem Kaffee oder einem Eis gut aushalten.

Die Zweiteilung von Torrox spiegelt sich auch in der gastronomischen Vielfalt wider. Während an der Küste die internationale Küche und fangfrischer Fisch dominieren, besinnt man sich im Pueblo in erster Linie auf traditionelle Hausmannskost. Der Ort ist berühmt für die sogenannten Migas, eine herzhafte Mischung gerösteter Brotkrümel. Dem traditionellen Gericht ist sogar ein eigenes Volksfest gewidmet, das alljährlich im Dezember gefeiert wird.

Dank der hervorragenden Anbindung ist Torrox nicht nur leicht zu erreichen, sondern auch selbst ein idealer Ausgangspunkt für Entdeckungstouren. So lohnt sich ein Katzensprung nach Osten, wo mit Nerja und Frigiliana nicht nur zwei Perlen von Ortschaften warten, sondern mit der Cueva de Nerja auch eine der bekanntesten Höhlen Andalusiens. Ebenfalls nicht weit ist es bis in die Berge mit unzähligen Wandermöglichkeiten.

Und wer weiß, vielleicht bewegt die seltene Symbiose aus der Behaglichkeit der Heimat und dem unverwechselbaren Lebensgefühl Südspaniens den einen oder anderen ja sogar, es unzähligen Landsleuten aus Mitteleuropa gleichzutun und Torrox auf Dauer ins Herz zu schließen.