Frigiliana wurde schon mehrfach mit dem Titel bedacht, das schönste Dorf Andalusiens zu sein. Dass diese Ehrung absolut berechtigt ist, stellt man am besten selbst bei einem Besuch fest. Ganz im Osten der Provinz Málaga gelegen, schmiegt sich Frigiliana an die Berghänge oberhalb der Küstenstadt Nerja. Von dort sind es nur wenige Autominuten, so dass man sich einen Ausflug nicht entgehen lassen sollte. Wer die Anfahrt auf der schmalen und kurvigen Zufahrtsstraße gemeistert hat, findet sich in einem andalusischen Traum wieder, aus dem man so schnell nicht erwachen mag.

Seinen besonderen Reiz verdankt Frigiliana dem historischen Ortskern. Das sogenannte Barrio Mudéjar zeigt sich mit typischen schmalen Gassen, weißen Häusern und verschlungenen Treppenwegen, die hübsch gestaltete Mosaike zieren. Viele Fassaden sind mit traditionellen Kacheln dekoriert und mit Pflanzen geschmückt. Entlang der Wege erläutern Keramiktafeln mit anschaulichen Texten die maurisch-christliche Geschichte des Dorfes. Um tiefer in die facettenreiche Historie einzusteigen, empfiehlt sich ein Blick in das örtliche Museum für Archäologie, das Frigilianas Werdegang anschaulich dokumentiert. Die ersten Spuren reichen bis in die Jungsteinzeit zurück.

Es ist in einem der beeindruckendsten Bauwerke Frigilianas eingerichtet, dem Palacio del Apero. Das Anwesen, ein prächtig gestalteter Speicher aus dem 17. Jahrhundert, ist ohnehin der zentrale Anlaufpunkt des Ortes. Hier befindet sich neben dem Rathaus und Ausstellungsflächen nämlich auch das Tourismusbüro. Ein Spaziergang durch den malerischen Innenhof lohnt sich ebenso wie der Rundumblick vom zugehörigen Mirador.

Am Rand des Ortskerns gibt es weitere Aussichtspunkte, die wunderbare Panoramen über die abfallenden Hänge hinweg bis über das weite Mittelmeer verheißen. Eine solche fabelhafte Aussicht verspricht die Terrasse vor der Casa El Ingenio. Das stattliche Renaissance-Gebäude aus dem 16. Jahrhundert ist aber aus einem anderen Grund von besonderem Interesse. Hinter seinen Mauern verbirgt sich die einzige aktive Melasse-Manufaktur Europas. Der berühmte Zuckerrohrsirup „Miel de Caña“, der hier auf traditionelle Weise entsteht, ist ein süßes und außergewöhnliches Souvenir.

Eine zwanglose Pause auf einer der Freiterrassen oder in einer versteckten Tapas-Bar gibt Gelegenheit, das meist tadellose Wetter und die Genüsse der einheimischen Küche auszukosten, während zwischen Lücken in der Bebauung immer wieder das kräftige Blau des Mittelmeeres hindurchblitzt. In all dieser Herrlichkeit hofft man unweigerlich, dass der Moment nie vergehen möge. Doch bei all der Schwärmerei sollte man die weiteren Kostbarkeiten Frigilianas nicht aus den Augen verlieren.

Da ist zum Beispiel die Hauptkirche (Parroquia de San Antonio de Padua), die das malerische Ortsbild mitbestimmt, oder die Fuente Vieja ein paar Meter weiter. Der historische Brunnen ist nicht nur ein hübsches architektonisches Detail. Sein sanftes Plätschern verleiht der Umgebung eine beinahe magische Ausstrahlung.

Schließlich ist Frigiliana berühmt für die imposante Naturkulisse, die gleich jenseits der Bebauung Naturfreunde verzückt. Die ungezähmte Bergwelt bildet einen reizvollen Kontrast zum makellosen Weiß der Gassen. Vom Dorf führen Wanderwege in den Naturpark Sierras de Tejeda, Almijara y Alhama. Eine der im wahrsten Sinne des Wortes naheliegenden Möglichkeiten, in diese geschützte Landschaft einzutauchen und zugleich auf historischen Spuren zu wandeln, bietet die Ruta de los Molinos. Die abwechslungsreiche und anspruchsvolle Wanderung führt an den Ruinen alter Wassermühlen vorbei.