Puerto Banús ist der Inbegriff für den Glanz und Luxus, für den Marbella berühmt ist. Das Viertel rings um den gleichnamigen Yachthafen ist das wohl glamouröseste Ausflugsziel an der Costa del Sol. Nur wenige Kilometer westlich der Altstadt von Marbella entstand hier 1970 eine Marina, die sich binnen kurzer Zeit zum internationalen Treffpunkt von Prominenten, Unternehmern und Luxusreisenden entwickelte. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Welt der Reichen und vermeintlich Schönen hautnah zu erleben und dabei mediterranes Ambiente auszukosten.

Trotz seines exklusiven Erscheinungsbildes und recht jungen Alters wirkt der Hafen nämlich auf den ersten Blick erstaunlich klassisch und mediterran. Der Architekt Noldi Schreck orientierte sich bewusst an den Formen eines traditionellen andalusischen Fischerdorfes und schuf ein Ensemble aus weißen Häusern, schmalen Gassen und kleinen Plätzen, das sich harmonisch um das Hafenbecken legt. Hinter dieser bewusst idyllisch gestalteten Kulisse verbirgt sich eine der exklusivsten Gegenden Spaniens, wenn nicht gar Europas.

Das Bild prägen gewaltige Motoryachten, elegante Segelschiffe und eine fast lückenlose Reihe internationaler Designerboutiquen, Juweliere und exklusiver Restaurants. Entlang der palmengesäumten Hafenpromenade begegnen sich Urlauber aus aller Welt, die das besondere Flair des Ortes auskosten, während teure Karossen vorbeifahren und prestigeträchtige Yachten in See stechen. Selbst wer sich für Luxus in all seinen Ausprägungen weniger interessiert, wird sich der Faszination kaum entziehen können. Puerto Banús lebt vom Beobachten und Beobachtetwerden und strahlt damit eine Atmosphäre aus, die man an der Costa del Sol in dieser Form kein zweites Mal findet.

Lohnenswert ist der Besuch aber nicht nur wegen des eigentlichen Hafenviertels. Westlich schließen sich mehrere gepflegte Sandstrände wie die Playa de Nueva Andalucía und die Playa del Duque an. Die dortigen Buchten wurden im Zuge des Hafenbaus angelegt, um die Erosion der Küste zu verhindern. Die ingenieurtechnische Schutzmaßnahme beschert Urlaubern heute halbkreisförmige Lagunen, die mit ihrem ruhigen und klaren Wasser besonders bei Badegästen beliebt sind, während die Strandpromenade in Richtung Marbella zu ausgedehnten Spaziergängen direkt am Meer einlädt.

Regelmäßige Fährverbindungen in die Altstadt von Marbella, exklusive Katamaran-Touren, Wassersportaktivitäten und saisonale Delfinbeobachtungen ergänzen das Freizeitprogramm direkt am Puerto Banús und seiner unmittelbaren Umgebung. Wer die Küstengewässer auf eigene Faust erkunden möchte, findet ein breites Angebot an Booten und Jetskis zum Mieten, mit denen sich die Hafenkulisse vom Meer und somit aus der vielleicht schönsten Perspektive erleben lässt. Besonders stimmungsvoll präsentiert sich das Viertel am Abend. Wenn die Silhouette des Hausbergs La Concha im Dämmerlicht verblasst und unzählige Lichter am und auf dem Wasser glitzern, herrscht eine einladende Geschäftigkeit, die sich bis weit in die Nacht fortsetzt.

Puerto Banús ist gewiss nicht das klassische Andalusien. Hier zeigt die Costa del Sol eindrucksvoll, wie vielfältig und voller Kontraste sie ist. Das unbeschwerte Nebeneinander eines reichen Kulturerbes im Hinterland und dieser schillernden Inszenierung am Meer birgt eine Faszination, die man selbst erlebt haben muss, um sie zu begreifen.