Die Iglesia de Nuestra Señora de la Encarnación ist das bedeutendste Gotteshaus Marbellas und eines der markanten Wahrzeichen der Altstadt. Nur wenige Schritte von der Plaza de los Naranjos entfernt erhebt sich die Pfarrkirche anstelle der einstigen Hauptmoschee. Nach der Rückeroberung Marbellas begann im frühen 16. Jahrhundert der Bau der heutigen Kirche, die allerdings erst im 18. Jahrhundert ihre endgültige Gestalt erhielt. Das Ergebnis ist ein eindrucksvolles Bauwerk, in dem sich Renaissance und Barock zu einem harmonischen Ganzen verbinden.
Schon die Außenansicht erzählt von der wechselvollen Geschichte. Der kräftige Glockenturm, der die Silhouette der Altstadt prägt, erinnert mit seinem quadratischen Grundriss noch an das ursprüngliche Minarett, wurde später jedoch um ein barockes Glockengeschoss erweitert. Besonderes Augenmerk verdient das prächtige Hauptportal aus rötlichem Marmor. Mit seinen geschwungenen Formen gilt es als eine der schönsten barocken Fassaden an der Costa del Sol. Hinter den Außenmauern öffnet sich ein dreischiffiger Innenraum, der mit seinen lichtdurchfluteten Gewölben eine helle, feierliche Atmosphäre ausstrahlt.
Wie in so vielen Kirchen zieht das monumentale Hauptretabel des Hochaltars unweigerlich die Blicke auf sich. Der vollständig vergoldete barocke Altaraufsatz entstand im 18. Jahrhundert und beeindruckt mit einer Fülle fein geschnitzter Säulen, Heiligenfiguren und ornamentaler Verzierungen. Zu den besonderen Kostbarkeiten der Kirche gehört nicht zuletzt die monumentale Orgel auf der Westempore. Die 1972 eingeweihte Órgano del Sol Mayor ist mit mehreren tausend Pfeifen eine der bedeutendsten Orgeln Spaniens. Sie verleiht Gottesdiensten und Konzerten eine außergewöhnliche Klangfülle.
Trotz ihrer Größe erscheint die Iglesia de la Encarnación überraschend ruhig und zurückhaltend. Während es draußen in den Gassen und auf Plätzen lebhaft zugeht, lädt das kühle Kircheninnere zu einer andächtigen Pause ein.