Die beschauliche Ortschaft Luque ist eine der typischen Gemeinden der Provinz Córdoba, die von Besuchern klassischerweise nicht überrannt werden, obwohl sie ein beachtliches Kulturerbe und Sehenswertes zu bieten haben, das näheres Hinschauen lohnt. Markenzeichen des Ortes sind seine mittelalterliche Festungsanlage, Olivenöl und eine beneidenswerte Umgebung mit reichlich Natur.
Die Burg Hisn Lukk ist das unverkennbare Wahrzeichen und die Hauptattraktion des Ortes. Sie thront auf einem schroffen Felsen, der markant aus dem weißen Häusermeer herausragt, und prägt das Bild der Region vermutlich bereits seit dem 9. Jahrhundert. Während der Reconquista spielte sie aufgrund der Lage an der Grenzlinie zwischen dem christlichen Kastilien und dem maurischen Granada eine bedeutende Rolle als strategisches Bollwerk.
Direkt unterhalb der Festung erhebt sich seit dem 16. Jahrhundert die Pfarrkirche Nuestra Señora de la Asunción. Die Kirche ist eines der bedeutendsten und größten Gotteshäuser der Region und wird daher oft auch als „Kathedrale der Subbéticas“ betitelt. Gleich hinter der Kirche verbirgt sich der Zugang zum kulturhistorisch wohl spannendsten Schatz des Dorfes. Durch einen Spalt im Fels gelangt man im Rahmen einer Führung in den Untergrund von Luque, der die geheimnisvolle Cueva de la Encantada in sich birgt.
Die Höhle reicht bis zu 40 Meter tief unter den Ortskern und wurde schon während der Jungsteinzeit von Menschen genutzt. Zur Illustration hat man originalgetreue Höhlenmalereien, wie man sie anderenorts in der Region fand, an den Wänden angebracht. Höhlen durchziehen den Untergrund der gesamten Region, die in südlicher Richtung als Parque Natural Sierras Subbéticas geschützt ist. Eine bedeutende Schauhöhle befindet sich mit der Cueva de los Murciélagos nur ein paar Kilometer entfernt im benachbarten Ort Zuheros.
Mit seinem Nachbarn teilt Luque nicht nur die imposante Naturkulisse, sondern auch kulinarische Traditionen. Der berühmte Ziegenkäse aus der Gegend ist allgegenwärtig und fester Bestandteil jeder Tapas-Auswahl. Nichts anderes gilt für Olivenöl, das in und um Luque besonders erlesen ist. Das hiesige Öl ist mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung (D.O.P. Baena) versehen und gehört zur einheimischen Lebensart. Wenn möglich, sollte man sich gleich einen kleinen Vorrat für Zuhause mitnehmen. An der einstigen Bahnstation von Luque an der Hauptstraße von Córdoba nach Granada gibt es sogar ein eigenes kleines Interpretationszentrum (Centro de Interpretación del Aceite de Oliva).
Der frühere Bahnhof ist jedoch vor allem für Naturfreunde, die die Region mit dem Fahrrad erkunden wollen, von Interesse. Hier verläuft die Via Verde del Aceite, ein mehr als 110 Kilometer langer Radwanderweg auf einer früheren Bahnlinie durch die Provinzen Córdoba und Jaén. Durch Tunnel und über Brücken führt die Route zwischen endlosen Olivenhainen entlang und vorbei an sehenswerten Dörfern. In der Nachbarschaft befinden sich zudem zwei historische Bunkeranlagen aus der Zeit des Spanischen Bürgerkriegs (Bunker del Alamillo und Bunker del Aceituno), die dem Schutz der Landstraße zwischen Córdoba und Granada und der damaligen Bahnlinie dienten.
Heute ist Luque eine würdige Station an der Route des Kalifats, der touristischen Verbindung zwischen den beiden berühmten Monumentalstädten, an der viele weitere sehenswerte Orte wie Baena oder Alcalá la Real den Weg zum Ziel werden lassen.