Als Costa Tropical bezeichnet man den Teil von Andalusiens Küste, in dem die Provinz Granada an das Mittelmeer stößt. Er erstreckt sich auf etwa 90 Kilometern zwischen der Costa del Sol und der Costa de Almería. Der exotisch anmutende Name hat durchaus seine Berechtigung. Denn geschützt durch Bergketten im Hinterland einschließlich der hoch aufragenden Sierra Nevada herrscht hier ein Klima, das sehr stark an subtropische Breiten erinnert und die Gegend das ganze Jahr zu einem lohnenden Reiseziel macht.
Herzstück und größte Stadt der Costa Tropical ist Motril, das sich – abgesehen von seinem Hafen – einige Kilometer landeinwärts befindet. Obwohl die Küste selbst zahlreiche Ferienorte säumen, wirkt sie dank der geografischen Gegebenheiten weniger stark touristisch geprägt als die Costa del Sol. Es fehlt schlichtweg der Platz für weiträumige Hotelkomplexe. Lediglich Almuñécar erinnert mit Hochhäusern voller Hotels und Apartmentanlagen und touristischen Angeboten an die Urlauberhochburgen westlich von Málaga, ohne dabei sein charmantes Erbe jedoch abgelegt zu haben. Ähnliches gilt für La Herradura und Salobreña, die sich trotz einiger unverkennbarer Bausünden eine bezaubernde traditionelle Seite bewahrt haben.
Stellenweise präsentiert sich die Costa Tropical sogar völlig wild und ursprünglich. Vor allem gilt dies für den Bereich der Klippen von Maro-Cerro Gordo (Acantilados de Maro-Cerro Gordo) östlich von Nerja, wo sich am Übergang zur Costa del Sol mit unwegsamer Wildnis ein einzigartiges Naturparadies erhalten hat. In malerischen Buchten verbergen sich einige wundervolle Strände, darunter mit der Playa de Cantarriján der erste Nacktbadestrand Andalusiens.
Das Hinterland beherbergt mit den Alpujarras nicht nur eine malerische Bergregion, die sich mit traditionellen Weißen Dörfern ihren ursprünglichen Charme bewahrt hat. Dahinter türmt sich die Sierra Nevada in geringer Entfernung auf. In Europas südlichstem Hochgebirge hält sich lange Zeit Schnee, so dass sich winterlicher Spaß mit einem sonnigen Nachmittag am Mittelmeer verbinden lässt – das gibt es sonst nirgends.
Dank der günstigen klimatischen Bedingungen beginnt an der Costa Tropical rings um Salobreña die Hauptsaison in der Regel schon eher und dauert länger als anderswo. Selbst im Winter sind die Temperaturen am Tage oft so hoch, dass T-Shirt und Shorts genügen. Und mit einer minimalen Wassertemperatur von 14 Grad Celsius ist das Meer selbst in der kalten Jahreszeit durchaus noch badetauglich.
Städte & Dörfer an der Costa Tropical
Almuñécar: Das touristische Zentrum der Costa Tropical. Highlights sind die phönizische Nekropole, der botanische Garten Parque El Majuelo und die maurische Burg Castillo de San Miguel.
Salobreña: Das optische Juwel der Region. Ein weißes Dorf, das sich um einen steilen Felsen mit einer mächtigen Maurenburg schmiegt, umgeben von grünen Zuckerrohrfeldern (heute teils Obstplantagen).
Motril: Das wirtschaftliche Zentrum. Besonders sehenswert ist das Zuckermuseum (Museo Preindustrial de la Caña de Azúcar), das an die Zeit erinnert, als die Region das Zentrum der europäischen Zuckerproduktion war.
La Herradura: Ein Ort in einer fast kreisrunden Bucht, der besonders bei Tauchern und Seglern beliebt ist und eine sehr entspannte Atmosphäre bietet.
Strände an der Costa Tropical
Playa de Cantarriján: Ein wunderschöner Naturstrand an den Klippen von Maro-Cerro Gordo. Kristallklares Wasser und ein entspannter Vibe.
Playa La Herradura: Eine geschützte Bucht, die durch ihre Form fast immer ruhiges Wasser bietet und damit ein ideales Revier für Wassersportarten wie Stand-Up-Paddling ist.
Playa de Calahonda: Ein tiefblauer Strand mit grobem Sand, der direkt an markante Felsen grenzt und für seine hervorragende Wasserqualität bekannt ist.
Playa de San Cristóbal: Ein weitläufiger Stadtstrand, der durch die markanten Felsen Peñones de San Cristóbal begrenzt wird.
Playa La Rijana: Ein malerischer Strand an einer Felsenbucht im östlichen Teil der Costa Tropical, der bekannt für klares, türkisfarbenes Wasser bekannt ist, das sich zum Schnorcheln und Tauchen anbietet.
Aktivitäten & Erlebnisse an der Costa Tropical
Tauchen und Schnorcheln: Die felsigen Abschnitte von La Herradura und Maro-Cerro Gordo gehören zu den besten Tauchrevieren Spaniens, mit Korallen und einer reichen Fischvielfalt.
Gleitschirmfliegen: Aufgrund der Thermik und der nahen Berge ist die Gegend um Almuñécar ein Hotspot für Paraglider – Landung am Strand inklusive.
Besuch einer Tropenfrucht-Finca: Viele Plantagen im Hinterland bieten Touren an, bei denen man direkt vom Baum Mangos, Chirimoyas oder Avocados probieren kann.
Ausflugsziele
Die Alpujarras: Die weißen Bergdörfer wie Pampaneira oder Bubión sind in nur einer knappen Stunde erreichbar. Die Berglandschaft am Südhang der Sierra Nevada ist berühmt für traditionell gewebte Teppiche und den luftgetrockneten Schinken aus Trevélez.
Sierra Nevada: Im Winter kann man am Vormittag Skifahren und am Nachmittag in Motril einen Kaffee in der Sonne genießen oder einen Strandspaziergang unternehmen.
Geheimtipps
Los Cahorros (Monachil): Eine spektakuläre Wanderung über Hängebrücken durch eine enge Schlucht, nur eine kurze Fahrt Richtung Granada entfernt.
Charca de Suárez (Motril): Ein wichtiges Feuchtgebiet direkt an der Küste, das ein Rückzugsort für seltene Vogelarten ist – ein grüner Ruhepol mitten in der Stadt.
Jete & Otívar: Diese kleinen Dörfer im Tal des Río Verde im Hinterland von Almuñécar bieten den besten Einblick in das traditionelle Leben der Obstbauern und sind Ausgangspunkt für abenteuerliche Canyoneering-Expeditionen.