Die Plaza del Potro ist einer der Orte im Herzen Córdobas, an denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Obgleich der unscheinbare Platz ganz in der Nähe der touristischen Höhepunkte liegt und gar selbst zu den historischen Berühmtheiten der Stadt zählt, geht es hier zumeist erstaunlich ruhig und volkstümlich zu.
Die traditionelle Architektur, die den langgestreckten und fast rechteckigen Platz einrahmt, ist seit Jahrhunderten nahezu unverändert und lässt tief in die Seele der Stadt blicken. Eines der historischen Juwelen ist die Posada del Potro. Das einstige Gasthaus auf der Westseite des Platzes diente dem berühmten Autor Miguel de Cervantes mehrfach als Herberge und muss ihn so beeindruckt haben, dass es in seinem Werk „Don Quijote“ Erwähnung fand und hierdurch weltweite Bekanntheit erlangte.
Heute beherbergt das im ursprünglichen Zustand erhaltene Bauwerk mit seinem sehenswerten Innenhof das Centro Flamenco Fosforito. Das Museum widmet sich der Geschichte des Flamenco und der Legende Antonio Fernández Díaz. Weithin bekannt als Fosforito, gehört der in Puente Genil geborene Sänger und Ehrenbürger Córdobas zu den großen Stimmen dieser Kunstform. Ein bleibendes Erlebnis sind die gelegentlichen Flamenco-Darbietungen, die in dem unvergleichlichen Ambiente der Posada del Potro besonders unter die Haut gehen.
Die gegenüberliegende Seite des Platzes prägt seit dem 15. Jahrhundert das historische Hospital de la Caridad. Mit seiner ockerfarbenen Fassade setzt es nicht nur einen markanten Akzent in der ansonsten von traditionellem Weiß geprägten Bebauung. Hinter seinen Mauern verbergen sich zwei der bekanntesten Museen Córdobas, das Museo Julio Romero de Torres und das Museo de Bellas Artes.
Direkt in der nördlichen Platzmitte thront als eigentlicher Protagonist des Ensembles seit dem Jahr 1577 ein Renaissance-Brunnen, der die Skulptur eines steigenden Fohlens (Potro) zeigt. Ihm verdankt der Platz seinen Namen. Das steinerne Pferd, das mit seinen Vorderhufen schützend das Stadtwappen Córdobas umschließt, ist ein malerischer Blickfang.
Nicht minder imposant und historisch interessant ist der sogenannte Triunfo am südlichen Ende des Platzes. Die barocke Steinsäule des Bildhauers Michel de Verdiguier trägt eine Statue des Hüters der Stadt San Rafael. Sie stammt aus dem Jahr 1772, erhielt ihren heutigen Platz aber erst 1924, wo der Erzengel seither seine Schwingen schützend über die Plaza del Potro und ihre Besucher ausbreitet.