Sevilla ist nicht nur die Hauptstadt Andalusiens und der gleichnamigen Provinz, sondern auch die größte Stadt der Autonomen Region. Als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum gehört die 700.000 Einwohner zählende Metropole seit jeher zu den bedeutendsten Städten in ganz Spanien. Wer sie besucht, wird angesichts einer unermesslichen Fülle von Sehenswürdigkeiten nicht enttäuscht sein und gern wiederkehren.
Allein die Altstadt, einer der größten Europas, ist übersät mit einzigartigen Attraktionen. Zu den bemerkenswertesten Highlights zählt zweifellos die Kathedrale mit ihrem weltbekannten Glockenturm Giralda. Sie ist eine der größten Kirchen der Welt und nicht nur wegen des Grabes des Seefahrers Christoph Kolumbus eine Pilgerstätte. Ein Besuch mitsamt Aufstieg auf die Giralda gehört ebenso zum touristischen Pflichtprogramm wie ein Spaziergang durch den gegenüber befindlichen mittelalterlichen Königspalast mit prachtvollen Bauwerken und Gartenanlagen.
Der Alcazar von Sevilla und die Kathedrale stehen wie das Indienarchiv, das das beeindruckende Ensemble im Herzen der Stadt vervollständigt, völlig zu Recht auf der Liste der Weltkulturerbestätten der Unesco. Zu den weiteren Attraktionen, die weit über Sevilla hinaus bekannt sind, gehören die Torre del Oro, das Stadtschloss Casa de Pilatos, die Alte Tabakfabrik und mit der Plaza de España einer der berühmtesten und meistfotografierten Plätze Spaniens. Die Liste an Sehenswürdigkeiten, die Sevilla zu einem der besten Städtereiseziele machen, die man sich nur vorstellen kann, ist lang und umfasst Paläste, Museen, Parks und ganze Stadtviertel.
Unverzichtbar ist etwa ein Bummel durch das volkstümliche Viertel Triana. Es befindet sich am Westufer des einstigen Guadalquivir, der zum Hochwasserschutz verlegt wurde und heute als langgezogenes Hafenbecken trotzdem noch sehr zu beeindrucken vermag, zum Beispiel bei einer entspannten Bootsfahrt. In der einstigen Vorstadt Triana zeigt sich noch mehr als anderswo die unverfälschte Seele Sevillas. Hinter den authentischen Fassaden wird nicht selten zum Flamenco aufgespielt, und in zahlreichen Tavernen stärkt man sich am besten mit schmackhaften Tapas. Sevilla gilt als Ursprungsort sowohl dieser herzhaften Leckereien als auch des Flamenco.
Beides zelebrieren Sie alljährlich im April auf dem südlich befindlichen Festgelände der Stadt. Die Feria de Abril gehört zu den größten Volksfesten in Andalusien und ist neben den Feierlichkeiten anlässlich der Karwoche der kulturelle Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt. Insbesondere während der Feria erweist sich auch die Stierkampfarena Sevillas als Anziehungspunkt. Obgleich seit langer Zeit umstritten, erfreuen sich die traditionellen Corridas eines enormen Interesses. Die Real Maestranza mit Platz für 18.000 Zuschauer ist das zweitgrößte Amphitheater seiner Art in Spanien.
Wer all die Attraktionen Sevillas sehen möchte, kann auf ein gut ausgebautes Nahverkehrssystem mit einer Metro, Straßenbahn und zahlreichen Buslinien zurückgreifen, das im Zuge der Weltausstellung von 1992 enorm erweitert wurde. Anlässlich der Expo erhielt Sevilla auch Anschluss an das spanische Hochgeschwindigkeitsbahnnetz und neue Autobahnen. Auch der Flughafen im Osten der Stadt wurde erheblich vergrößert. Alls das beschert Sevilla eine hervorragende Anbindung sowohl innerhalb Andalusiens als auch international, so dass sich die Stadt immer wieder für einen spontanen Kurztrip anbietet.
Besuchen kann man Sevilla das ganze Jahr über. Wer sommerliche Hitze schlecht ertragen kann, ist zwischen Juni und September allerdings besser in den Bergen oder am Meer aufgehoben. Temperaturen im Sommer jenseits der 40 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Gemeinsam mit Córdoba gehört Sevilla daher zu den heißesten Städten Europas.