Priego de Córdoba ist ein ausgezeichnetes Ziel für Kulturinteressierte und Naturliebhaber. Die Kleinstadt im Südosten der Provinz Córdoba ist berühmt für ihre vielen Brunnen, barocke Architektur und ihr ausgezeichnetes Olivenöl. Sie ist außerdem als östliches Tor zum Naturpark Sierras Subbéticas ein ideales Sprungbrett für Entdeckungstouren in das facettenreiche Bergland der Region und lässt sich hervorragend mit weiteren sehenswerten Orten in der Umgebung verbinden.
Priego de Córdoba gilt als Hauptstadt des cordobesischen Barocks. Hat man nur die Iglesia de la Asunción gesehen, weiß man sofort, warum dies keine Übertreibung ist. Die zugehörige Sagrario-Kapelle gilt als einer der Höhepunkte des spanischen Barocks schlechthin. Ihre weißen Stuckverzierungen sind so fein gearbeitet, als wären sie steingewordene Seide. Ein anderes Beispiel ist die Iglesia de la Aurora mit ihrer prachtvollen Fassade. Das Gotteshaus ist in erster Linie bekannt für die Bruderschaft Hermanos Campanilleros de la Aurora. Seit Jahrhunderten ist es Brauch, dass ihre Mitglieder jeden Samstag um Mitternacht zu Ehren der Jungfrau Maria singend durch den Ort ziehen. Es ist eine der Traditionen, die die Stadt so einzigartig machen.
Ein weiteres unvergleichliches Aushängeschild ist die barocke Fuente del Rey (Königsbrunnen). Der monumentale Brunnen mit nicht weniger als 139 Wasserstrahlen und Skulpturen ist malerisch anzusehen und stiehlt der ungleich älteren Fuente de la Salud nebenan beinahe die Schau. Diesem Brunnen aus dem 16. Jahrhundert sagt man wiederum nach, dass das Quellwasser, das ihn speist, heilende Kräfte habe. Im Angesicht dieses Ensembles erschließt sich sofort, warum Priego de Córdoba auch als Stadt des Wassers bekannt ist. Bei einem Spaziergang ist man nie weit von einem Springbrunnen oder einer Wasserstelle entfernt.
Fotogen zeigt sich etwa der Löwenbrunnen (Fuente de los Leones) im traditionsreichen Barrio de la Villa. In dem maurischen Altstadtkern zeigt sich Priego von seiner typisch andalusischen Seite. Durch ein Labyrinth aus weiß gesäumten Gassen und zwischen blühenden Geranien hindurch mäandert man sich an den Balcón del Adarve, einen natürlichen Aussichtsbalkon oberhalb eines schroffen Felsabbruchs, der das Priego von einst uneinnehmbar machte. Die Kante mit der traditionellen Bebauung oberhalb verleiht Priego seine unverwechselbare Silhouette. Dies und der hervorragende Erhaltungszustand des historischen Viertels brachten dem Barrio de la Villa vielfache Anerkennungen und den Rang eines nationalen Denkmals ein.
Heute flaniert man am Rand des Felsenplateaus entlang und genießt eine herrliche Aussicht. Für einen noch umfassenderen Ausblick besteigt man am besten den Bergfried des Castillo de Priego de Córdoba, der das Barrio de la Villa überragt. Auch wenn von der einstigen Festung nur noch Teile existieren, erkennt man an den wuchtigen Mauern sofort die damalige strategische Bedeutung. Um tiefer in die Seele der Stadt einzutauchen, empfiehlt sich ein Blick an das Museo Histórico Municipal. Das Heimatmuseum spannt einen Bogen von den archäologischen Ursprüngen der Umgebung bis hin zur Malerei von Adolfo Lozano Sidro, der das andalusische Leben meisterhaft auf Leinwand bannte.
Aus dem kulturellen Erbe von Priego de Córdoba sind natürlich auch Oliven nicht wegzudenken. Zahlreiche Hersteller produzieren in der Umgebung eines der besten Olivenöle Andalusiens, dem mit der DOP Priego de Córdoba sogar eine eigene geschützte Herkunftsbezeichnung gewidmet ist. Das erlesene Erzeugnis ist allgegenwärtig, ob in Geschäften als Delikatesse zum Mitnehmen nach Hause oder als Zutat in der einheimischen Gastronomie, die bodenständig und rustikal ist. Das ist auch gut so, denn für Ausflüge in die Sierras Subbéticas will man richtig gestärkt sein.
Der Naturpark erstreckt sich westlich von Priego über 320 Quadratkilometer und steckt voller Highlights wie dem 1.570 Meter hohen Pico de la Tiñosa oder der bekannten Fledermaushöhle bei Zuheros. Mit seinen mehr als 20.000 Einwohnern bietet die Stadt eine hervorragende Infrastruktur, die sie als ideales Sprungbrett für Ausflüge in die beeindruckende Natur- und Kulturlandschaft qualifiziert. Sehenswerte Orte der Region wie Zuheros, Iznájar oder Alcalá la Real sind jeweils nur rund eine halbe Autostunde entfernt.