Das Monasterio de Santa Isabel la Real ist eine touristisch weniger bekannte, dafür aber umso bedeutendere Klosteranlage in Granada. Sie ist wie kaum ein anderer Ort Sinnbild für den Wandel der Stadt nach dem Ende der maurischen Herrschaft. Königin Isabella I. ließ das Kloster bereits 1501 mitten im Albaicín auf dem Gelände eines ehemaligen Nasridenpalastes errichten. Damit ist es eine der frühesten christlichen Gründungen nach der Eroberung Granadas und nimmt bis heute einen unverzichtbaren Platz in der Geschichte der Stadt ein.

Von außen präsentiert sich die Anlage bewusst zurückhaltend. Hinter schlichten Mauern verbirgt sich jedoch eine bemerkenswerte Klosterkirche, deren Portal das wohl schönste Beispiel der isabellinischen Gotik in Granada ist. Im Inneren verbinden sich spätgotische Formen mit kunstvoll gearbeiteten Mudéjar-Holzdecken und erinnern daran, wie eng christliche und islamische Bautraditionen nach der Reconquista miteinander verflochten blieben.

Bis heute lebt im Kloster eine Gemeinschaft von Klarissen, weshalb Teile der Anlage wie der idyllische Kreuzgang den Blicken der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Die Kontinuität der Nutzung und der bescheidene Lebenswandel seiner Bewohnerinnen verleiht dem Ort eine besondere Ausstrahlung. Damit unterscheidet sich das Monasterio de Santa Isabel la Real deutlich vom lebhaften Treiben der innerstädtischen Viertel Granadas.

Ein Besuch lässt sich hervorragend mit einem Spaziergang durch den Albaicín verbinden. Zwischen den schmalen Gassen, kleinen Plätzen und den nahen Aussichtspunkten vermittelt das Kloster einen authentischen Eindruck von Granada, in dem sich christliche und maurische Einflüsse auf Schritt und Tritt überschneiden. Bei einer Verschnaufpause im unmittelbar angrenzenden Huerto del Carlos mit herrlichem Blick über die Stadt und zur Alhambra erlebt man dies wiederum hautnah.