Die Casa de Sefarad vermittelt einen bemerkenswerten Einblick in das jüdische Leben des mittelalterlichen Córdoba und ergänzt den Besuch der benachbarten Synagoge auf ideale Weise. Das kleine Kulturzentrum befindet sich in einem restaurierten Altstadthaus inmitten der denkmalgeschützten Judería und widmet sich der Geschichte und dem Alltag der sephardischen Juden, die über Jahrhunderte das Leben der Stadt entscheidend mitprägten.
Die Ausstellung umfasst insgesamt neun thematisch gegliederte Räume und beleuchtet unterschiedliche Facetten der jüdischen Kultur. Religiöse Gegenstände, historische Dokumente, traditionelle Musikinstrumente und persönliche Zeugnisse zeichnen ein anschauliches Bild der sephardischen Kultur. Ein eigener Bereich widmet sich der Sprache Ladino und erinnert an die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahr 1492 und ihre Folgen. Dadurch entsteht ein umfassender Überblick, der die Geschichte der Judería weit über ihre erhaltenen Bauwerke hinaus greifbar macht.
Anders als viele große Museen setzt die Casa de Sefarad auf eine ruhige und persönliche Atmosphäre. Der begrünte Innenhof und die überschaubaren Ausstellungsräume der 2006 eröffneten Einrichtung laden ein, sich ohne Zeitdruck mit einem weniger präsenten Kapitel der spanischen Geschichte zu befassen. Regelmäßig finden zudem Vorträge, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen statt, die den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart einerseits und unterschiedlichen Kulturen auf der anderen Seite fördern.