Die Capilla de San Bartolomé ist eines der prächtigsten Beispiele der Baukunst im Mudéjar-Stil in Córdoba, wenn nicht gar in ganz Andalusien. Es handelt sich um einen kleinen Sakralraum von außergewöhnlicher Schönheit inmitten der berühmten Judería und nur wenige Schritte von den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt entfernt. Dennoch nehmen die wenigsten Besucher Notiz von diesem etwas versteckt liegenden Kleinod, das bis heute als einer der größten Geheimtipps Córdobas gilt.

Wer den unscheinbaren Eingang im ehemaligen Hospital del Cardenal Salazar durchschreitet, findet sich an einem der bezauberndsten Orte der Stadt wieder. Filigrane Stuckarbeiten, sorgfältig glasierte Azulejos und fein ausgearbeitete geometrische Ornamente überziehen die Wände nahezu vollständig und verleihen der Kapelle eine fast orientalische Anmutung. Das gedämpfte Licht und die geringe Größe des Raumes schaffen eine beinahe intime Atmosphäre. Dabei bildet die Stille einen faszinierenden Kontrast zum lebhaften Treiben in den Straßen und Gassen nur wenige Meter weiter.

Die Kapelle entstand in der Zeit der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert als Teil der Pfarrkirche San Bartolomé. Trotz des christlichen Hintergrundes orientierten sich ihre Baumeister bewusst an den Formen der maurischen Architektur, die unter anderem für ihre kunstvolle Verwendung geometrischer Muster berühmt ist. Diese steingewordene Verbindung verschiedener Kulturen trägt zum besonderen Reiz des Bauwerks bei.

Heute gehört die Capilla de San Bartolomé zum Gebäudekomplex der Philosophischen Fakultät der Universität und kann im Rahmen der Öffnungszeiten besichtigt werden. Wer sich die Zeit für einen kurzen Abstecher nimmt, entdeckt eines der kostbarsten Architekturjuwelen Córdobas, das zwar klein sein mag, aber mit seiner außergewöhnlichen kunsthistorischen Bedeutung zu den großen Orten der Stadt zählt.