Castellar de la Frontera ist das vielleicht ungewöhnlichste Ausflugsziel im Hinterland der Provinz Cádiz. Umgeben von den ausgedehnten Korkeichenwäldern des Naturparks Los Alcornocales verbindet die Gemeinde ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Geschichte mit einer von Andalusiens bemerkenswertsten Naturlandschaften. Fernab der bekannten Touristenrouten erwartet Besucher ein Ort, an dem sich Natur, Kultur und Ruhe auf ungewöhnliche Weise ergänzen.
Das Wahrzeichen des aus drei Ortsteilen bestehenden Dorfes und sein Höhepunkt ist Castellar Viejo. Auch bekannt als Castillo de Castellar, verbirgt sich inmitten einer mittelalterlichen Burganlage ein bis heute bewohntes Weißes Dorf. Hinter den mächtigen Festungsmauern führen schmale Gassen vorbei an weiß getünchten Häusern, kleinen Plätzen, Restaurants und Kunsthandwerksläden. Anders als in vielen anderen Burgen Andalusiens führen die Wege nicht durch ein Freilichtmuseum, sondern erschließen ein echtes Dorf voller Leben. Das Ambiente und die authentische Atmosphäre machen diesen Ort einmalig. Die weiten Ausblicke von den Wehrmauern über die Wälder des Naturparks, den Guadarranque-Stausee und bei klarer Sicht bis zum Affenfelsen von Gibraltar erweisen sich als herrliche Draufgabe.
Dass sich das Leben mittlerweile nicht mehr ausschließlich innerhalb der Burgmauern abspielt, ist eine Folge der jüngeren Geschichte. In den 1970er-Jahren entstand rund neun Kilometer entfernt das heutige Castellar Nuevo, nachdem der beschwerliche Alltag auf dem Burgberg den Anforderungen einer modernen Gemeinde immer weniger gerecht wurde. Die neue Siedlung wurde planmäßig angelegt, orientierte sich jedoch bewusst an den traditionellen Formen andalusischer Architektur. Mit weiß gekalkten Häusern und niedrigen Geschosshöhen bewahrt auch der neue Ortsteil seinen regionalen Charakter.
Zur Gemeinde gehört außerdem der kleine Ortsteil La Almoraima, der unmittelbar am Naturpark liegt und sich als Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Tierbeobachtungen anbietet. In den umliegenden Wäldern kommen Naturliebhaber voll auf ihre Kosten. Sie zählen zu den größten zusammenhängenden Korkeichenbeständen Europas und beherbergen Hirsche, Wildschweine, Greifvögel und zahlreiche weitere Tierarten. Mit viel Glück lassen sich die besonders scheuen andalusischen Rehe beobachten. Ergänzt wird die abwechslungsreiche Landschaft durch den Guadarranque-Stausee, der mit seinen Fluten schönes Fotomotive bietet und die Kulisse des Naturparks bereichert.
Die Verbindung aus reizvoller Natur und ungewöhnlichem Kulturerbe macht Castellar de la Frontera zu einem der besten Geheimtipps im Hinterland der Provinz Cádiz. Trotz dieser Zugehörigkeit hat der Ort traditionell enge Bindungen zur Costa del Sol, die nur wenige Kilometer entfernt ist. Von nahegelegenen Badeorten wie Manilva oder Estepona bietet sich das Bergdorf daher für einen interessanten Abstecher an.