Malerisch in die Berge der Sierra Bermeja eingebettet, gilt das beschauliche Städtchen Casares manchem als eines der schönsten Weißen Dörfer, für die Andalusien unter anderem so berühmt ist. Und tatsächlich bietet der Ort, der sich nicht weit von Estepona an einen steilen Kalksteinfelsen schmiegt, Postkartenmotive vom Feinsten. Strahlend weiße Häuser scheinen sich übereinander zu stapeln, um dem stolzen Castillo de Casares auf der Bergspitze zu Füßen zu liegen. Bereits der Anblick aus der Ferne macht Lust, in dieses Idyll einzutauchen.

Inmitten der schmalen Gassen schwelgt man förmlich in dem maurischen Ambiente, bieten hübsch arrangierte Blumentöpfe und versteckte Torbögen herrliche Gelegenheiten für unvergessliche Fotos. Der gesamte Ortskern steht unter Denkmalschutz. Vorbei an Balkonen, von denen sich die üppige Bepflanzung förmlich in Kaskaden ergießt, und lauschigen Plätzen gelangt man fast zwangsläufig zur Plaza de España, dem geselligen Mittelpunkt des örtlichen Lebens. Mit der historischen Fuente de Carlos III aus dem Jahr 1785 und der Iglesia Parroquial de San Sebastián finden sich hier zwei wichtige Sehenswürdigkeiten.

Auch ein schlichtes Denkmal zu Ehren von Blas Infante gibt es zu bewundern. Dem berühmtesten Sohn der Stadt, der als Schriftsteller, Politiker und „Vater der andalusischen Heimat“ verehrt wird, ist sogar ein eigenes Museum gewidmet. Eingerichtet in Blas Infantes Geburtshaus in der Calle Carrera, dokumentiert das Museum sein Leben und erklärt seine zentrale Rolle für die Identität Andalusiens. Hier ist übrigens zugleich das örtliche Tourismusbüro und somit eine praktische Anlaufstelle für Besucher untergebracht.

Was sie einem dort selbstverständlich und völlig zu recht ans Herz legen, ist der Aufstieg durch die verwinkelten Gassen zum höchsten Punkt des Ortes. Hier thront mit dem Castillo de Casares eine maurische Festung aus dem 13. Jahrhundert, die die wehrhafte Vergangenheit des Ortes anschaulich belegt. Aussichtspunkte versprechen umwerfende Panoramablicke über grüne Täler bis zum azurblauen Mittelmeer. Nicht nur Casares, sondern die ganze Pracht Andalusiens liegt einem hier buchstäblich zu Füßen.

Der Ort beschränkt sich übrigens nicht nur auf das eigentliche Weiße Dorf, sondern reicht tatsächlich bis hinunter zum einige Kilometer entfernten Mittelmeer. Casares Costa verspricht mit reichlich Strand die für die Costa del Sol typischen Urlaubserlebnisse. Auf dem Weg dorthin lohnt ein Stopp an den Baños de la Hedionda. Diesen schwefelhaltigen Thermalquellen schreibt man eine heilsame Wirkung zu. Hiervon überzeugt man sich am besten selbst, ein ungewöhnliches Badeerlebnis in antikem Ambiente versprechen die Quellen allemal. Entdeckt haben soll sie niemand Geringeres als der römische Statthalter Julius Caesar, dem Casares seinen Namen verdanken soll.