Das Museo de Bellas Artes gehört zu den traditionsreichsten Kultureinrichtungen Córdobas und bietet einen umfassenden Überblick über die Kunstgeschichte der Stadt vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert. Die bereits 1844 gegründete Sammlung zählt zu den ältesten öffentlichen Kunstmuseen Spaniens und dokumentiert die Entwicklung regionaler Malerei und Bildhauerei über mehrere Jahrhunderte hinweg. Religiöse Werke, Porträts und Skulpturen vermitteln dabei einen Eindruck von den kulturellen und gesellschaftlichen Vorstellungen ihrer jeweiligen Epoche.
Die Ausstellung folgt einer weitgehend chronologischen Ordnung und führt durch die wichtigsten Phasen der regionalen Kunstentwicklung. Einen Schwerpunkt bilden religiöse Gemälde und Altarbilder des 15. bis 17. Jahrhunderts, darunter Arbeiten bedeutender Vertreter der sevillanischen und cordobesischen Schule wie Antonio del Castillo. Daneben sind bemerkenswerte Skulpturen, Zeichnungen und kunsthandwerkliche Objekte zu sehen. Im Obergeschoss richtet sich der Blick zunehmend auf das 19. und frühe 20. Jahrhundert. Hier begegnen Besucher unter anderem den Skulpturen Mateo Inurrias sowie Werken von Rafael Romero de Torres, dem Vater des berühmten Julio Romero de Torres.
Gerade diese Arbeiten schlagen einen spannenden Bogen zum unmittelbar benachbarten Museo Julio Romero de Torres. Julio Romero de Torres, der als Vertreter des spanischen Symbolismus zu den berühmtesten Söhnen der Stadt gehört, ist so bedeutend, dass man seinem Lebenswerk eine eigenständige Ausstellung widmete. Die Museen ergänzen sich auf bemerkenswerte Weise und sollten daher miteinander verbunden werden.
Beide Häuser haben ihre Heimat im ehemaligen Hospital de la Caridad an der berühmten Plaza del Potro. Die historischen Räume des spätmittelalterlichen Spitals atmen förmlich Geschichte und bieten einen stimmungsvollen Rahmen. Besonders reizvoll ist der Innenhof mit Orangenbäumen, Arkadengängen und traditionellen Kachelverzierungen, den sich beide Museen teilen.