El Puerto de Santa María ist nicht nur ein außerordentlich beliebter Badeort an der Bucht von Cádiz, sondern hat auch kulturell und geschichtlich eine Menge zu bieten. Wie an so vielen Orten in Andalusien, erwartet Besucher direkt in der Stadt eine vielseitige Mischung aus Entdeckung und Erholung. Im unmittelbaren Umland finden sich zudem viele weitere interessante Möglichkeiten, die einen erlebnisreichen Aufenthalt garantieren.

Die Stadt, die von den Einheimischen meist nur El Puerto genannt wird, trägt bereits im Namen, wofür sie ursprünglich bekannt war und bis heute ist – ihren Hafen. Der Hafen brachte ihr Wohlstand ein, den man noch immer in den Straßen spüren kann. Von hier brach Christoph Kolumbus zu seiner zweiten Expedition nach Amerika auf. In der Folge florierte der Handel mit einem der Exportschlager der Stadt – dem berühmten Sherry. El Puerto de Santa María ist neben Jerez de la Frontera führend in der Erzeugung dieser Weinspezialität.

So hat der bekannte Wein- und Spirituosenhersteller Osborne seinen Hauptsitz in El Puerto de Santa María. Bei einer Tour durch die Weinkellerei kann man gleich einen Blick hinter die Kulissen des Familienunternehmens mit dem berühmten Stier als Markenzeichen werfen und seine Spezialitäten verkosten. In den vielen Bodegas der Stadt lässt sich die Bekanntschaft mit dem alkoholischen Köstlichkeiten der Gegend trefflich vertiefen, während buchstäblich an jeder Ecke Delikatessen aus dem Meer erhältlich sind, oft auch gleich zum Mitnehmen. El Puerto de Santa María gilt ganz besonders als Destination für Foodies.

Gut gestärkt sollte man sein, denn in der Hafenstadt mit ihrer langen Geschichte gibt es viel zu entdecken. Zu den bemerkenswertesten Sehenswürdigkeiten zählt das Castillo de San Marcos. Die mittelalterliche Befestigungsanlage im Herzen der 90.000 Einwohner zählenden Stadt thront auf den Grundmauern einer Moschee und steht unter Denkmalschutz. Direkt neben dieser trutzig und uneinnehmbar anmutenden Burg beherbergt der altehrwürdige Palacio de Araníbar die örtliche Touristeninformation.

Nicht minder beeindruckend ist die Stierkampfarena der Stadt ein paar Straßen weiter. Die Real Plaza de Toros gehört mit mehr als 12.000 Zuschauerplätzen zu den größten Arenen in Spanien und zweifellos zu den architektonisch schönsten. Selbst wer sich für die martialische Tradition nicht erwärmen mag, sollte sich das 1880 eröffnete Bauwerk nicht entgehen lassen.

Ein weiterer bedeutender Eckpfeiler in der Kulturgeschichte der Stadt ist die Iglesia Mayor Prioral. Die Hauptkirche El Puertos vereint zwei Baustile in sich. Ursprünglich als gotisches Gotteshaus errichtet, wurden Teile nach einem großen Erdbeben im Stil des Barock neu gebaut. Dass sich die Kirche etwas abseits befindet, ist der Tatsache geschuldet, dass man sie vor den damals regelmäßig wiederkehrenden Überflutungen durch den Rio Guadalete schützen wollte. Der längst gezähmte Fluss lädt heute mit einer langen Uferpromenaden zum Spazieren ein. Vom hiesigen Fährterminal kann man auch gleich einen Ausflug über die Bucht in das nur wenige Kilometer entfernte Cádiz unternehmen.

Schließlich lohnt sich ein entspannter Strandtag. El Puerto de Santa María ist berühmt für seine kilometerlangen Strände, die sich zu beiden Seiten der Mündung des Rio Guadalete entlang der Bucht von Cádiz erstrecken.